Phytotherapie

Die Behandlung  mit  aus Pflanzen hergestellten Arzneimitteln bezeichnet man als Phytotherapie. Der Ursprung der Phytotherapie liegt in der Naturheilkunde, ist jedoch heutzutage ein fester Bestandteil der naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin.

Immer mehr Menschen setzen in puncto Gesundheit auf pflanzliche Arzneimittel.

Das Angebot ist riesig und unüberschaubar. Lassen Sie sich von uns  zu diesem Thema fachkundig beraten. Wir helfen Ihnen dabei, das passende und das Beste für Sie auszusuchen. Auch wenn Phytopharmaka meist gut verträglich sind und wenige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln besitzen, ist fundierte Information immer wichtig.

Wie kommt die Pflanze in die Flasche?   

Es werden weltweit mehr als 20.000 Pflanzenarten zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet.
In der Phytotherapie finden folgende Pflanzenteile Verwendung: Blatt, Blüte, die ganze oberirdische Pflanze, Holz, Hülse, Frucht, Knospen, Rinde, Samen, Stängel, Wurzel, Wurzelstock, Zweigspitzen und Zwiebeln.



Diese Bestandteile im trockenen Zustand bezeichnet man in der Pharmazie als Droge. Anbau, Wachstum, Ernte und Verarbeitung von Arzneipflanzen erfordern Erfahrung und einen reichen Wissensschatz. Werden diese Punkte berücksichtigt, gelingt es, die wirksamen Inhaltsstoffe einer Pflanze, in ein Phytotherapeutikum zu überführen.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Güte des Endproduktes.

Beispiele:

  • Erntezeitpunkt und Erntevorgänge nehmen Einfluss auf das Inhaltsstoffmuster.
  • Artischockenblätter enthalten vor Austrieb der Knospe einen höheren Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen als danach.
  • Wenn beim Johanniskraut die Schnitthöhe der Erntemaschinen tief unten am Grund, wo der Stängelanteil überwiegt, ansetzt, so erhält man einen geringeren Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen, als wenn man auf der Höhe der blatt- und blütenreichen Blühhorizonte erntet.
  • Die Art der Pflanzenteile kann Gehaltsschwankungen bedingen: Bei  Radix Ginseng ist in den Seitenwurzeln ein höherer Gehalt und ein anderes Verteilungsmuster der Saponine enthalten als in der Hauptwurzel.

Trocknung:
Bis zur Trocknung können Welkvorgänge einhergehend mit der Aktivierung von  unterschiedlichsten Enzymen die Inhaltsstoffe verändern. Bei Wildsammlungen sind Welkvorgänge so gut wie gar nicht steuerbar.

Umwelteinflüsse:
Mineralien- und Wasserhaushalt, nehmen auf die Drogenqualität in Hinblick auf die zu extrahierenden Stoffe Einfluss. Insofern spielen auch klimatische Bedingungen eine Rolle. Verschiedene Anbaugebiete für Pflanzen eines Präparates sollten möglichst in ähnlichen Klimagebieten liegen.

Ökologische Faktoren wie Herbizid- und Pestizideinsatz nehmen auf die Extraktqualität ebenso Einfluss.

Hochwertige, wirksame Phyto-Präparate entstehen dann, wenn altes, seit Generationen gesammeltes Wissen um die Heilpflanzen immer wieder überprüft, dann mit neuesten Erkenntnissen abgeglichen, und mit modernsten Herstellungs-Technologien verknüpft wird.

Gesetzliche Krankenkassen erstatten pflanzliche Arzneimittel

Schon seit dem 1. Januar 2012 bieten einige gesetzliche Krankenkassen ihren Versicherten an, auch ohne Zusatztarif pflanzliche, homöopathische und anthroposophische Arzneimittel zu erstatten. Das gilt zum Beispiel für Arzneimittel der Firma Dr. Wilmar Schwabe und der Firma Bionorica.

Wie funktioniert das?

Ihr Arzt verschreibt Ihnen ein pflanzliches Arzneimittel - wie z. B. Tebonin® oder Crataegutt® - auf einem Grünen Rezept oder einem Privatrezept (blaues oder weißes Formular). Sie zahlen das Präparat zunächst in der Apotheke und reichen anschließend Rezept und Apothekenquittung bei Ihrer Krankenkasse zur Erstattung ein. In welcher Höhe die Beträge zurückgezahlt werden, variiert von Kasse zu Kasse. Meist sind es zwischen 100 bis 150 Euro pro Jahr und Versichertem.

Details zu Erstattungsfragen finden Sie in der jeweiligen Krankenkassen-Satzung oder Sie lassen sich vom Kundenservice Ihrer Krankenkasse beraten.

Entschlüsselt: Die Schlüsselblume

Sie gilt als Frühlingsbote und war schon im Mittelalter eine geschätzte Heilpflanze: die Schlüsselblume oder auch Primel (Primula veris ).  
Während früher der Einsatz von Heilpflanzen auf Erfahrungsberichten beruhte, lässt sich heute die Wirksamkeit wissenschaftlich nachweisen.

Erst seit kurzer Zeit weiß man, dass Extrakte aus der Primelwurzel neben der schleimverflüssigenden Wirkung auch antibakteriell wirkende Stoffe in den Blüten besitzt. Die Forschung und deren Ergebnisse sind nie abgeschlossen!

Heilpflanze des Jahres 2015:

Johanniskraut

Das Echte Johanniskraut ist die Arzneipflanze des Jahres 2015. Der «Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde» an der Universität Würzburg hat die Pflanze gewählt, weil Hypericum perforatum «sowohl traditionell als auch aktuell von großer Bedeutung in der Pflanzenheilkunde ist», schreibt der Studienkreis in einer Pressemitteilung. Die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts und dessen Anwendungen seien vielfältig. Die zur Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae) gehörende Art sei «eine hochinteressante aber auch etwas 'schwierige' Arzneipflanze mit großem Potenzial.»
 
In der Phytotherapie wird Johanniskraut vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung eingesetzt, die unter anderem auf die rot färbenden Hypericine zurückgeführt wird. Der Farbe dieser Inhaltsstoffe wegen ist Johanniskrautöl auch unter den Bezeichnung Rotöl bekannt. Die Hypericine zeigen auch antivirale Wirkung, antibakterielle Eigenschaften des Johanniskrauts gehen auf Hyperforin zurück. Für entzündungshemmende Effekte werden Flavonoide verantwortlich gemacht. Auch mit adstringierenden Gerbstoffen und mit ätherischen Ölen kann das Johanniskraut aufwarten.
 
Verwendung finden die zur Blütezeit geernteten Triebspitzen, denn die Wirkstoffe sind vor allem in den Blütenknospen, den Blüten und den noch grünen Kapselfrüchten enthalten. Die charakteristischen, durchscheinenden Punkte auf den Blättern, die den Eindruck entstehen lassen, die Blattfläche sei perforiert, gehen auf Öldrüsen und -behälter zurück. Die hellen Ölbehälter auf der Blattfläche enthalten farbloses ätherisches Öl, die schwärzlichen Behälter am Blattrand speichern die rot gefärbten Hypericine.
 

 

 

   

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